Wohnung oder Bruchbude?

13. Februar 2014  Meldungen, Pressemitteilungen

Das Thema Leiharbeit und Werksverträge bei der Fa. Deuerer in Bretten sorgt immer wieder für neuen Gesprächsstoff.

So wurde am Wochenende, wieder einmal, in den überregionalen Medien (“Kontext“/die Wochenendzeitung der taz) über die hohe Anzahl an Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmern sowie Werksvertragsbeschäftigten geschrieben, von denen es mindestens 600 bei Europas größtem Tierfutterhersteller geben soll.

Immer wieder tauchen auch Gerüchte über eine deutlich zu geringe Bezahlung der genannten Arbeitkräfte auf. Aufklärung über die scheinbaren Missstände zu schaffen scheint wohl außerhalb des Interesses der Unternehmensführung zu sein.

Jedenfalls erklärt diese, nicht dafür zuständig zu sein, was bei den Beschäftigten aus Leiharbeit und Werksvertrag am Ende im Geldbeutel bleibt.

Denn Firmenbeschäftigte seien diese ja nicht.

 

Die Brettener Linke hat sich nun bei der zuständigen Gewerkschaft NGG (Nahrung-Genuss-Gaststätten) erkundigt. (Diese hat vor einigen Jahren erreicht, dass wenigstens die „Stammkräfte“ bei Deuerer einen Betriebsrat wählen konnten und auch die Bezahlung für diesen Personenkreis geordnete Bahnen angenommen hat.)

Sobald der Mindestlohntarif für die Beschäftigten in der Fleischindustrie greift, was wohl im Juli 2014 der Fall sein wird, will man von dort aus das Problem mit der chronischen Unterbezahlung der betroffenen Menschen erneut angehen.

 

Neben der Entgeltfrage scheint auch die wohnliche Situation der Beschäftigten aus Osteuropa im Argen zu liegen. Hier gibt es Gerüchte über Wohnungen in sehr schlechtem Zustand mit undichten Fenstern und Türen, Schimmel an den Wänden und sonstigen nicht tragbaren Mängeln. Trotz dieser widrigen Wohnverhältnisse, müssen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die hier leben offenbar recht hohe Miet- und Nebenkosten bezahlen.

 

Nicht länger hinnehmen will das die Linke in Bretten und fordert die Stadt zu sofortigem Handeln auf.

„Jede Kommune hat das Recht, ja sogar die Pflicht, zu überprüfen ob die Menschen die vor Ort leben auch in einer ordentlichen, lebensgerechten Wohnung untergebracht sind.“ – so Ali Cankaya, Sprecher des Ortsverbandes der Linken.

Elwis Capece, Gewerkschafter aus Karlsruhe und Mitglied des Landesvorstands der Linken, ergänzt die Forderung des Brettener Lokalpolitikers noch. „Nicht alleine die zuständige Behörde innerhalb der Stadtverwaltung soll die Begehung vornehmen; um die öffentliche Wahrnehmung zu sichern sollen auch Vertreterinnen und Vertreter Sozialer Einrichtungen, der Kirchen und vor allem die NGG eingeladen werden.“

 

Schon in den nächsten Tagen will die Linke in Bretten die Stadt offiziell anschreiben und diese zur Besichtigung der genannten Unterkünfte im Stadtgebiet auffordern. Die Wohn- und Lebensumstände der der oben genannten Beschäftigten soll auch im Kommunalwahlkampf der Linken eine Rolle spielen.


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