Zwei Lehrstunden in Sozialgeschichte – Brettener Linke besuchte die Raußmühle bei Eppingen

05. Juni 2012  Allgemein

Am vergangenen Samstag unternahmen Mitglieder und Freunde des Brettener Ortsverbandes der Partei „ Die Linke “ einen Ausflug zur Raußmühle bei Eppingen.
Frank Dähling, der das historische, im Kern bis auf’s Mittelalter zurückgehende Anwesen, betreibt, wartete dort mit einer rund zweistündigen Führung auf, bei der er nicht nur das Mühlengebäude erklärte, sondern in einer breiten Übersicht die Kultur- und Sozialgeschichte des ländlichen Raums Revue passieren ließ.

Im Zentrum standen dabei die zahlreichen sehenswerten Exponate, die Dähling über Jahre hinweg in seinem „ Archiv für die Geschichte des ländlichen Lebens “ zusammengetragen hat. Bei den Erläuterungen wurde klar, wie sehr sich das Leben der Menschen in den Dörfern des Kraichgaus in den letzten Jahrzehnten verändert hat – und das keineswegs nur zum Positiven.
Aber auch aktuelle Probleme kamen zur Sprache. Es sei, so Frank Dähling, immer wieder schwierig, dass naturbelassene und ökologisch bewirtschaftete Gelände der Raußmühle trotz ausausufernder EU-Bestimmungen und des näherrückenden Eppinger Industriegebietes in angemessener Weise zu pflegen und zu bewahren.

Abgeschlossen wurde die Führung mit einem rustikalen Vesper, zu dem auch eigener Most von der Raußmühle gereicht wurde. Die Mitglieder und Freunde der Brettener Linke saßen noch lange zusammen und diskutierten die zahlreichen Eindrücke des Nachmittags. Auf die Rückfahrt konnten alle Teilnehmer des Ausflugs zahlreiche neue Erkenntnisse mitnehmen.

Die „blaue Blume im Stall“. Brettener Linke diskutierte über ökologische Landwirtschaft.

26. Mai 2012  Allgemein

Zu einer Vortragsveranstaltung über ökologische Landwirtschaft hatte der Brettener Ortsverband der Partei „Die Linke“ am vergangenen Donnerstag eingeladen. Mit Herbert Ernst, einem Bio-Bauern aus Kraichtal-Gochsheim, konnte dafür ein Referent gewonnen werden, der das Thema auch vor dem Hintergrund langjähriger praktischer Erfahrungen behandelte.
Ernst skizzierte zunächst die Entwicklung der Landwirtschaft seit dem 18. Jahrhundert und wies darauf hin, dass sich erst um diese Zeit Neuerungen wie die Stallhaltung des Viehs, die organische Düngung und der Kleeanbau durchsetzten. Dies führte, ohne Einsatz chemischer Substanzen, zu einem deutlichen Zuwachs der Produktivität. In den 1950er Jahren erfolgte dann die große Wende in der Landwirtschaft mit dem Durchbruch des Kunstdüngers, der Massentierhaltung und der politisch gewollten Konzentration auf immer weniger Großbetriebe. Gab es damals zunächst noch rund 5 Millionen selbstständige Landwirte in der Bundesrepublik, so sind es mittlerweile nur noch etwa 350.000. Die Folgen dieser Entwicklung, so betonte Ernst, seien gravierend. Sie reichten von ausgeräumten Landschaften und sterbenden Dörfern über chemisch belastete Lebensmittel und die Tierquälerei in Massenbetrieben bis zur Zerstörung der selbstständigen Landwirtschaft in der Dritten Welt durch hochsubventionierte Nahrungsmittelexporte.
Die entstehenden Lasten habe der Bürger sowohl als Verbraucher, als auch als Steuerzahler zu tragen. Abschließend plädierte Herbert Ernst für eine Landwirtschaft, die wieder gesunde, unbelastete Lebensmittel produziert, kleinräumig orientiert ist und sich ihrer Verantwortung für die Landschaft und die Tiere wieder bewusst wird. Es gelte, der Landschaft wieder eine Seele zu geben und die „blaue Blume“ wieder in den Stall zurückzuholen.
In der Diskussion, die sich an den faktengesättigten Vortrag anschloss, wurden von den Zuhörern zahlreiche weitere Aspekte aufgegriffen. So ging es um die Preise von Lebensmitteln im Bio-Bereich, um die Auswirkungen der staatlichen Nahrungsmittelsubventionen auf die Länder der europäischen Peripherie und um die Frage, welchen Einfluss die großen Chemiekonzerne auf die Entwicklung der Landwirtschaft haben. Klar wurde dabei, dass die Probleme der Landwirtschaft nicht von den allgemeinen Entwicklungen, insbesondere auch des kriselnden Weltfinanzsystems, zu trennen sind.

Landwirtschaft im Kraichgau: Früher und heute

21. Mai 2012  Allgemein

Die Linke fordert:
– eine gentechnikfreie Landwirtschaft bei uns, auf europäischer Ebene und weltweit
– Beibehaltung von Nulltoleranz
– Vermeidung von Terminator-Saatgut
– Schaffung von getechnikfreien Zonen, Erzeuger- und Vermarktungsgemeinschaften für gentechnikfreie Produktion aus konventioneller und biologischer Landwirtschaft
– Stärkung des einheimischen Anbaus von Eiweißfuttermitteln

Über diese Ansätze zu einer zukunftsorientierten Landwirtschaft und vieles mehr spricht

Herbert Ernst
(Landwirts aus Kraichtal)

auf Einladung des Ortsverbands der Linken Bretten am 24.05.2012 um 19 Uhr.

Veranstaltungsort:
Pizzeria Ristorante am Simmelturm
Withumanlage 7 (TSV Halle)
Bretten

BLOCKUPY Frankfurt / Großdemonstration am 19.05.2012

20. Mai 2012  Allgemein

Zusammen mit anderen linken Gruppen haben wir am Samstag, den 19.05.12, aktiv den BLOCKUPY-Protesten in Frankfurt gegen das europäische Spardiktat und für die Entmachtung der Banken teilgenommen. Trotz der Drohkulissen, die die Stadt Frankfurt im Vorfeld aufgebaut hatte, und der massiv anwesenden Polizeieinheiten, verlief die Demonstration friedlich. Sprecher von Gewerkschaften und sozialen Bewegungen aus Deutschland,Tunesien, Großbritannien, Spanien, Portugal, Griechenland und Italien ergänzten das lebendige Programm mit ihren Beiträgen.
Die klare Botschaft war: Versammlungsfreiheit und Widerstand lassen sich nicht verbieten!
Und: Die Völker Europas stehen solidarisch beisammen im Kampf gegen die Bankenmacht, die ihre Lebensgrundlagen zerstören will.
Siehe auch http://blockupy-frankfurt.org/de/node/431

Der Medienboykott gegen die LINKE gewinnt an Fahrt

14. Mai 2012  Allgemein

Was die drängenden Fragen der Zeit, insbesondere die wirksamer Rezepte gegen die Finanz- und Wirtschaftskrise anbetrifft, bleibt man gerne unter sich; die bürgerlichen Parteien und die Ihnen wohlfeilen Massenmedien verbreiten trommelfeuerartig eine Lüge nach der anderen und haben eine schier unüberwindbare Hürde gegen alternative Ansichten und Meinungen errichtet. In der Praxis sieht das so aus, daß eine einzige Pressemeldung bzw. eine der bürgerlich-konservativen Zeitungen die Marschrichtung vorgibt und daraufhin alle anderen mehr oder weniger abschreiben.
Ziel ist es, durch den massenmedialen Einheitsbrei einen ebensolchen Einheitsbrei im Hirn der Leser und Zuschauer zu erzeugen. Ganzen Beitrag lesen »

Geschichte und Kultur des ländlichen Lebens im Kraichgau neu entdecken

07. Mai 2012  Allgemein

Der Kraichgau hat historisch und kulturell eine Menge zu bieten; manchmal sind es nicht die großen Dinge, die entdeckt werden wollen, es sind Kleinode wie die Raußmühle in Eppingen.
G. Frank Dähling-Jütte hat auf der Raußmühle ein Alltagsmuseum der bäuerlichen Kultur entstehen lassen, das zu einer spannenden Reise in die Vergangenheit einlädt. Wer mit uns den Alltag vergangener Jahrhunderte im Kraichgau erkunden möchte, ist ganz herzlich zu unserem Kulturausflug am Samstag, den 2. Juni 2012 eingeladen.
Für die Führung, ein rustikales Vesper und selbstgemachter Kraichgauer Most wird ein Kostenbeitrag von 13 Euro erhoben. Wer teilnehmen möchte sollte sich bis Donnerstag, 31. Mai bei Ali Cankaya (07252/86584 oder cankayas@hotmail.de) anmelden, da das Vesper je nach Teilnehmerzahl vorbereitet werden muss.
Die Führung beginnt um 16 Uhr auf der Mühle. Wir treffen uns um 15.15 Uhr in Bretten am Parkplatz Sporgasse (Parkplatz ehemaliges Kaufhaus Schneider), die Abfaht ist um 15.30 Uhr. Mitfahrgelegenheiten gibt’s kostenlos im Kleinbus und in Pkw’s.
Über eine zahlreiche Teilnahme interessierter Bürgerinnen und Bürger freuen wir uns sehr.

Gericht: Hartz IV Regelsatz verfassungswidrig. Weg ist nunmehr frei für Klärung vor dem Bundesverfassungsgericht!

05. Mai 2012  Allgemein

Einen ersten Durchbruch konnten Kläger vor dem Sozialgericht Berlin erreichen. Die Richter urteilten, dass der derzeit bemessene Hartz IV Regelsatz gegen die bundesdeutsche Verfassung verstößt. In dem heute veröffentlichten Urteil bescheinigten die Richter den Regelleistungen eine „Verletzung des Grundrechts auf ein menschenwürdiges Existenzminimum“. Der Weg zum Bundesverfassungsgericht ist nunmehr geebnet, da die 55. Kammer ein Verfahren gegen das Jobcenter Berlin-Neukölln aussetzt und das Verfassungsgericht zur Prüfung anruft. Dieses soll abschließend entscheiden, ob die Hartz IV Regelsätze gegen das Grundgesetz verstoßen. (AZ: 55 AS 9238/12). Geklagt hatte eine dreiköpfige Familien, die auf das Arbeitslosengeld II angewiesen ist. Ganzen Beitrag lesen »

Zum 1. Mai 2012 – Die Krise heißt Kapitalismus.

03. Mai 2012  Allgemein

Die Krise des Kapitalismus bringt schlimme Verwerfungen mit sich; zum ersten Mal seit langem schwappen die Ausläufer der Krise ins Epizentrum der kapitalistischen südlichen Euroländer zurück. In Griechenland, Spanien und Portugal machen sich längst überwunden geglaubte Zustände von Armut und Hunger breit und Kinder brechen in den Schulen zusammen, weil sie nichts im Magen haben.

Auch Deutschland bleibt nicht verschont: Fast eine Million Menschen muß untragbare Arbeitsbedingungen in prekären Verhältnissen hinnehmen und sich für ein paar Euro in der Stunde an das System verkaufen. Die Blockparteien aus SPD, CDU/CSU, Grünen und FDP haben dagegen nur ein Rezept: Noch mehr der neoliberalen Dosis.

WIR SAGEN NEIN!

Aus diesem Grund beteiligte sich der Ortsverband der LINKE.Bretten aktiv an den 1. Mai-Kundgebungen in Karlsruhe und mischte sowohl auf der DGB-Kundgebung als auch beim Antikapitalistischen Aktionstag mit.
Wir sagen als einzige Partei im Bundestag: Die Krise heißt Kapitalismus und für eine menschenwürdige Zukunft der europäischen Völker und der Völker weltweit gilt es, den Kapitalismus zu überwinden.

Der 1. Mai

27. April 2012  Allgemein

Mehr als 100 Jahre feiert die deutsche und internationale Arbeiterbewegung den 1. Mai als „Tag der Arbeit“. Mehr als 100 Jahre – geprägt von Erfolgen und Fortschritten, aber auch von bitteren Niederlagen und Rückschritten. Am Beginn des 21. Jahrhunderts stehen die Gewerkschaften vor großen und globalen Herausforderungen.
Angesichts der weltweiten Krise des Kapitalismus und des ebenso weltweiten Versuchs, die Folgen dieser Krise auf die Arbeitnehmerschaft abzuwälzen, schließt sich der Ortsverband der LINKE.Bretten den Forderungen der Gewerkschaften nach konsequenter und durchgreifender Regulierung der Finanzmärkte und dem Schutz der in vielen Jahrzehnten erkämpften Arbeitnehmerrechte an.
Wer, wenn nicht wir? Wann, wenn nicht jetzt?
Die Abfahrt zu den Kundgebungen in Kalsruhe findet am 1. Mail um 8.56 Uhr am Bahnhof Karlsruhe statt, die Kundgebung beginnt am Karlsruher Marktplatz um 9.50. Wir laden alle Brettener Bürgerinnen und Bürger, alle Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein, sich uns anzuschließen und für eine lebenswerte Zukunft in Frieden und Demokratie zu streiten.

Anti-Breitinger Demonstration erfolgreich

Das Aktionsbündnis „Heimat für Alle – AHA“ lässt erfreulicherweise beim Thema „Kraichgau-Sarrazin-Breitinger“ nicht locker. Am 19.April 2012 um 18.45 fanden sich über 100 Menschen in Flehingen vor dem Alten Bahnhof zusammen, um gegen den ehemaligen Bürgermeister von Oberderdingen zu protestieren. Wie schon bekannt, veröffentlichte der Bürgermeister a.D im Mitteilungsblatt des Heimatkreises Oberderdingen e.V vor gut einem halben Jahr seine unsäglichen und von Herrn Sarrazin abgeschauten rasisstischen und ausländerfeindlichen Pseudothesen. Die Hauptforderung der Demonstranten, die aus Mitgliedern der IG-Metall, attac Karlsruhe, der Gew, Bürgern der Gegend und den Mitgliedern, und Sympathisanten des Ortsverbands Bretten der Linkspartei bestanden, war eine deutliche Entschuldigung von Breitinger gegenüber den ebenfalls zahlreich vertretenen Menschen mit Migrationshintergrund, Rücktritt als Vereinsvorsitzender und eine klare Distanzierung des jetzigen Bürgermeisters von Oberderdingen Nowitzki von den Aussagen Breitingers.
Nach Informationen des Aktionsbündnisses,werde man sich weder von Breitingers noch von Nowitzkis Sturheit beeinflussen lassen und solange kämpfen, bis der öffentliche Druck sie ,Breitinger und Nowitzki, zum Handeln zwingt. Dies entspricht auch dem Verständnis des Linken- Ortsverbandes.
Deshalb sichert die Linke Bretten dem Bündnis jegliche Unterstützung zu. Hinzu kommt,dass sich Breitinger nicht zum ersten Mal des Rasissmus, der Ausländerfeindlichkeit und der Menschenverachtung schuldig gemacht hat. Wenn man darüber Gras wachsen lässt, wird er es wieder tun. Schon 1984 machten er und der damalige Gemeinderat von Oberderdingen auf sich aufmerksam als sie die Ansiedlung eines Zigeuners, dem damals 37 jährigen Hugo Kling verhindern wollten. Hugo Kling erwarb 1984 das Torwächterhaus, ein unter Denkmalschutz stehendes Fachwerkhaus. Obwohl die Gemeinde schon vor dem Erwerb durch Herrn Kling auf sein Vorkaufsrecht verzichtet hatte, wollte er sicherheitshalber nochmal bei der Verwaltung nachfragen. Aber mittlerweile blies ihm der Wind der damaligen Bürger Oberderdingens,des gesamten Gemeinderats und des „sehr verehrten Herrn Breitinger“ ins Gesicht. Man hatte nun herausgefunden,dass Herr Kling nicht arischer Abstammung war, stimmte mit 19 zu 0 Stimmen im Gemeinderat gegen den Verkauf an ihn und pochte nun auf das Vorkaufsrecht der Gemeinde (nachzulesen unter http://www.zeit.de/1984/48/ein-ort-soll-sauber-bleiben ).Im damaligen und heutigen „freiheitlich – demokratischen Oberdingen“ musste Hugo Kling auf sein demokratisches Recht auf freie Ortswahl verzichten und den Rückzug antreten.
Soviel zu Demokratie und Menschenrechte im Kraichgau-Stromberg.

Ortsverband Bretten Die Linke